Pelz


Pelz
Fell; (behaarte) Haut

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Pelz [pɛlts̮], der; -es, -e:
a) dicht behaartes Fell eines Pelztiers:
der dicke Pelz eines Bären.
b) bearbeitetes Fell von Pelztieren, das besonders als Bekleidung verwendet wird:
ein weicher, echter Pelz; eine Mütze aus Pelz.
Zus.: Fuchspelz, Zobelpelz.
c) Kleidungsstück aus Pelz (b): sie trägt einen teuren Pelz.

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Pẹlz 〈m. 1
1. Fell, Haarkleid (von Tieren)
2. für Kleidungsstücke bearbeitetes Tierfell
3. 〈kurz für〉 Pelzmantel, Pelzkragen
4. behaarte Schale des Obstes
5. pelzähnliches Textilprodukt
● dichter, zottiger \Pelz; einem Tier eins auf den \Pelz brennen darauf schießen; sich die Sonne auf den \Pelz brennen lassen 〈fig.; umg.〉 sich sonnen; jmdm. auf den \Pelz rücken 〈fig.; umg.〉 zu nah an jmdn. heranrücken; jmdn. mit einer Bitte o. Ä. bedrängen; einen Mantel mit \Pelz füttern [<ahd. pelliz <mlat. pellicius „aus Fellen gemacht“; zu lat. pellis „Haut, Fell, Pelz“]

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Pẹlz, der; -es, -e [mhd. belz, belliʒ, ahd. pelliʒ, belliʒ < mlat. pellicia (vestis) = (Kleidung aus) Pelz, zu: pellicius = aus Fellen gemacht, zu lat. pellis = Fell, Pelz, Haut]:
1.
a) dicht behaartes Fell eines Pelztiers:
der dicke P. eines Bären;
b) <o. Pl.> bearbeiteter Pelz (1 a), der bes. als Bekleidung verwendet wird; aus einem Pelz (1 a) gewonnenes Material:
eine Mütze aus P.
2. Kurzf. von Pelzmantel, Pelzjacke:
sie trägt einen echten P.
3. (ugs. veraltet, noch in Sprichwörtern u. festen Wendungen) menschliche Haut:
Spr wasch mir den P., aber/und mach mich nicht nass (drückt aus, dass jmd. einen Vorteil genießen möchte, ohne dafür irgendeinen Nachteil in Kauf nehmen zu wollen);
jmdm. auf den P. rücken/kommen/auf dem P. sitzen (ugs.; jmdm. mit einem Anliegen o. Ä. zusetzen; jmdn. mit etw. sehr bedrängen);
jmdm. eins auf den P. geben (ugs.; jmdn. schlagen);
jmdm. eins/eine Kugel auf den P. brennen (ugs.; auf jmdn. schießen; jmdn. mit der Kugel treffen);
jmdm. den P. waschen (ugs.: 1. jmdn. derb ausschelten. 2. jmdn. verprügeln).
4. (Textilind.) dicke Schicht aus Fasern, 2Flor (2).

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Pelz,
 
das aus dem Fell eines Tiers vom Kürschner durch besondere Zurichtung gewonnene Erzeugnis, das je nach Tierart, Eignung und Mode zu Pelzwerk (Pelzware, Rauchwerk, Rauchware) verarbeitet oder als Kleidungsfutter verwendet wird. Über den Wert entscheiden Haltbarkeit, Wärmedämmfähigkeit (abhängig von Anzahl und Feinheit der Haare), Schönheit und Mode. Pelzfelle aus Zuchten sind im Allgemeinen gleichmäßiger und fehlerloser als solche von Wildtieren. Den dichtesten Pelz liefert die Chinchilla, den haltbarsten Pelz solche Tiere, die abwechselnd im Wasser und auf dem Land leben, z. B. Otter und Biber. Pelz und Pelzwaren sind in Güteklassen eingeteilt. - Zur Pelzveredlung Rauchwarenveredlung.
 
 
Tierfelle gehören zu den ältesten Bekleidungsarten, v. a. als Schutz gegen Kälte. Seit dem Ende der Altsteinzeit ist Pelzkleidung verbürgt. Erhalten sind ärmellose Mäntel, Jacken und Mützen aus eisenzeitlichen Moorfunden, bildlich und schriftlich beglaubigt Pelzröcke, Umhänge und Wämse ohne Ärmel in der Völkerwanderungszeit und im frühen Mittelalter. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Pelz fast ausschließlich als Innenfutter und zur Verbrämung von Kleidungsstücken verwendet. Schuhe und Handschuhe mit Pelzfutter sind seit dem frühen Mittelalter in Gebrauch. Kleiderordnungen legten die Pelzarten fest, die jedem Stand zukamen, doch gehörte wärmende Pelzkleidung aus einheimischen Fellen zum alltäglichen Kleidungsbestand aller Bevölkerungsschichten. Zu den hochwertigsten Fellen zählten Hermelin, Zobel, Leopard. Marder und Eichhörnchen blieben lange Zeit auf die städtischen Oberschichten beschränkt, während Wolf, Schaf, Katze, Nerz, Iltis, Fuchs und Otter weiteste Verbreitung fanden. Ganz aus Pelz bestanden einzelne Kopfbedeckungen und Accessoires wie Pelzkragen (Palatine) und Muff, ehe im 2. Drittel des 19. Jahrhunderts auch für Pelzstolen und -Mäntel Außenpelze in Mode kamen. Neben hochwertiger Pelzkleidung aus Zobel, Chinchilla, Nerz und Seal wurden einfachere Felle, zum Teil veredelnd zugerichtet und eingefärbt, sowie Pelzimitate für weite Kreise verfügbar. In jüngster Zeit führen strengere Artenschutzbestimmungen sowie die Mahnungen von Naturschützern zu deutlichen Rückgängen in der Pelzbekleidungsindustrie.
 
 
B. Schier: P. in altertumskundl. Sicht (1951);
 M. L. Steinbauer u. R. Kinzel: Pelze (1973);
 J. Fränkel: Jury Fränkel's Rauchwaren-Hb. Tier- u. Fellkunde, neu bearb. v. J. Kroll u. a. (51976);
 E. Ewing: Fur in dress (London 1981);
 
Pelztieratlas, hg. v. H. Dathe u. a. (Jena 1986);
 
Das Pelztierbuch, hg. v. U. D. Wenzel (1990).
 

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Pẹlz, der; -es, -e [mhd. belz, belliʒ, ahd. pelliʒ, belliʒ < mlat. pellicia (vestis) = (Kleidung aus) Pelz, zu: pellicius = aus Fellen gemacht, zu lat. pellis = Fell, Pelz, Haut]: 1. a) dicht behaartes Fell eines Pelztiers: der dicke, zottige P. eines Bären; Ü Das war ein Häuschen am Rande des Grundstücks, auf drei Seiten überwachsen mit einem P. aus Büschen und wildem Wein (M. Walser, Seelenarbeit 13); b) <o. Pl.> bearbeiteter ↑Pelz (1 a), der bes. als Bekleidung verwendet wird; aus einem ↑Pelz (1 a) gewonnenes Material: eine Mütze aus P.; etw. mit P. besetzen, füttern. 2. kurz für ↑Pelzmantel, Pelzjacke o. Ä.: ein kostbarer, eleganter P.; sie trägt einen echten P.; einen P. einmotten, ändern lassen. 3. (ugs. veraltet, noch in Sprichwörtern u. festen Wendungen) menschliche Haut: Spr wasch mir den P., aber/und mach mich nicht nass (drückt aus, dass jmd. einen Vorteil genießen möchte, ohne dafür irgendeinen Nachteil in Kauf nehmen zu wollen); *jmdm. auf den P. rücken/kommen/auf dem P. sitzen (ugs.; jmdm. mit einem Anliegen o. Ä. zusetzen; jmdn. mit etw. sehr bedrängen): Sobald wir in die palästinensischen Hoheitsgewässer einfahren, werden sie uns auf den P. rücken mit ihrer Flotte (Hilsenrath, Nazi 265); jmdm. eins auf den P. geben (ugs.; jmdn. schlagen); jmdm. eins/eine Kugel auf den P. brennen (ugs.; auf jmdn. schießen; jmdn. mit der Kugel treffen); jmdm. den P. waschen (ugs.; 1. jmdn. derb ausschelten. 2. jmdn. verprügeln). 4. (Textilind.) dicke Schicht aus Fasern, 2Flor (2).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Pelz — wird ähnlich wie ⇨ Fell und ⇨ Pelle gern für die menschliche Haut gebraucht: Sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen: sich sonnen (19. Jahrhundert); Einem auf den Pelz kommen (oder rücken): dringlich mit einer Angelegenheit an ihn herantreten …   Das Wörterbuch der Idiome